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Thesen zur Bibliothekspädagogik und Diskussion

Erster Entwurf Thesenpapier, Verfasserin: Kerstin Keller-Loibl

Stand: 8.7.2013

 

Thesenpapier zur Bibliothekspädagogik

1. Forum Bibliothekspädagogik – Pluspunkt Bildungspartnerschaft in Mannheim 2013

Das „1. Forum Bibliothekspädagogik – Pluspunkt Bildungspartnerschaft“ war der erste Kongress in Deutschland, welcher die Bibliothekspädagogik als zentrales Thema in Theorie und Praxis behandelte. Veranstaltet wurde der Kongress im Rahmen eines hochschulübergreifenden Gemeinschaftsprojektes der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, der Fachhochschule Köln und der Hochschule der Medien Stuttgart zusammen mit der Stadtbibliothek Mannheim und dem BIB.  Ziel der Tagung war es, den Entwicklungsstand der Bibliothekspädagogik in Deutschland zu eruieren, Defizite aufzudecken und mögliche Entwicklungsperspektiven abzuleiten. Die wichtigsten Ergebnisse werden in diesem Thesenpapier zusammengefasst.

  1. Bibliothekspädagogik ist ein zentrales Tätigkeitsfeld von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren in Öffentlichen und Wissenschaftlichen Bibliotheken, das in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird.
  2. Bibliothekspädagogik ist ein spezielles und interdisziplinäres Arbeitsfeld, das im Berufsbild von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren als eine (weitere) Kernaufgabe von Bibliotheken verankert werden muss.
  3. Die Bibliothekspädagogik gründet auf der allgemeinen Pädagogik und hat Schnittmengen mit spezifischen pädagogischen Handlungsfeldern (z.B. Museumspädagogik, Schulpädagogik, Medienpädagogik). Dennoch ist sie ein eigenständiges und spezifisches Theorie- und Praxisfeld, das auf den Lernort Bibliothek abgestimmt ist.
  4. Bibliothekspädagogik umfasst alle Bildungs- und Vermittlungsaktivitäten von Bibliotheken unter Berücksichtigung pädagogischer und didaktischer Grundlagen.
  5. Bibliothekspädagogische Angebote können sich an alle Zielgruppen von Bibliotheken richten: an Kinder, Jugendliche, Studierende, Erwachsene, Familien, Senioren wie auch an Multiplikatoren wie Erzieherinnen und Erzieher oder Lehrerinnen und Lehrer.
  6. Bibliotheken entwickeln sich immer mehr zu Orten des nicht-formalen und informellen Lernens. Um diese Bildungsrolle ausfüllen zu können, ist  pädagogisch geschultes Personal ebenso wie die Schaffung einer lernfördernden Umgebung in der Bibliothek erforderlich.
  7. Das Berufsbild Bibliothekspädagogik muss in den berufsqualifizierenden Studiengängen der Bibliotheks- und Informationswissenschaft an deutschen (Fach-) Hochschulen verankert werden. Die Bibliothekspädagogik sollte in den allen Bachelor- und Masterstudiengängen der Bibliothekswissenschaft als Pflichtmodul gelehrt werden.
  8. Das Angebot an spezifischen  Fort- und Weiterbildungen in der Bibliothekspädagogik muss ausgebaut werden. Es besteht dringender Bedarf an berufsbegleitenden Fortbildungen in der Bibliothekspädagogik.
  9. Bibliotheken sollten sich zu einem aktiven Lehr- und Lernort entwickeln, die Bibliothekspädagogik im Bibliothekskonzept verankern und sich in der Kommune mit weiteren Bildungsakteuren vernetzen.
  10. Die Bibliothekspädagogik braucht mehr Öffentlichkeit- und Lobbyarbeit. Berufspolitische Vereine und Verbände sollten die Etablierung der Bibliothekspädagogik in Deutschland mit geeigneten Maßnahmen unterstützen.
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